Jahresbericht 2025

Die Volksschule wächst und entwickelt sich

Martina Krieg, Leiterin Dienststelle Volksschulbildung Kanton Luzern

Martina Krieg

Bildungsthemen gewinnen spürbar an Bedeutung und sind zurück im Zentrum der politischen Diskussion. Auch das Interesse unserer Kantonsrätinnen und Kantonsräte an der Volksschule wächst. 2025 reichten sie allein zur Volksschule 17 Vorstösse ein. Diese greifen zentrale Herausforderungen unserer Zeit auf: den Fachkräftemangel, die Förderung von Französisch und der Grundkompetenzen, die frühe Sprachförderung, den verantwortungsvollen Umgang mit Handys, die Stärkung der Resilienz von Jugendlichen, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, den Kindergarten-Eintritt sowie die Finanzierung unserer Schulen.

Gewachsen sind auch die Ressourcen, die unseren Schulen zur Verfügung stehen. Schulen entwickeln sich weiter – hin zu Fachkarrieren, die neue Perspektiven eröffnen. Lehrpersonen mit massgeschneiderten Weiterbildungen übernehmen Verantwortung in wichtigen Zukunftsfeldern wie Begabungs- und Begabtenförderung, Digitalität, Coaching für Berufseinsteigende oder in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit herausforderndem Verhalten.

Wo einzelne Gemeinden an Grenzen stossen, wächst die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinaus. Es entstehen neue, tragfähige Netzwerke. Sie stärken nicht nur die Qualität unserer Schulen, sondern machen den Lehrberuf wieder attraktiver und zukunftsfähig. Mit der Kampagne «Mach deinen nächsten Schritt» machen wir diese Chancen sichtbar – und das positive Echo zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg!

Ebenso gewachsen ist die Anerkennung für die Arbeit unserer Lehrpersonen. Der Kanton Luzern hat die Löhne vieler Lehrpersonen angepasst und mit strukturellen Massnahmen die Belastungen der vergangenen Sparjahre ausgeglichen. Das ist mehr als eine finanzielle Korrektur – es ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für den täglichen Einsatz zugunsten unserer Kinder und Jugendlichen.

Gewachsen sind gleichzeitig die Herausforderungen. Die Zahlen der Sonderschulabklärungen steigen. Diese Entwicklung beschäftigt Fachleute in der ganzen Schweiz. Umso wichtiger ist es, dass die Gemeinden seit August 2025 über zusätzliche Ressourcen verfügen, um ihre Schulen gezielt zu stärken. Bereits mehr als fünfzig Gemeinden sind auf dem Weg – engagiert, verantwortungsvoll und mit dem Willen, tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Und gewachsen sind wir alle, die für die Volksschule tätig sind. Wir wachsen an den Anforderungen einer sich verändernden Gesellschaft, an den Erwartungen, an der Vielfalt – und an der gemeinsamen Aufgabe, junge Menschen zu begleiten und zu stärken.

«Zusammen wachsen, Menschen stärken» – dieses Motto von «Schulen für alle» ist für uns mehr als ein Leitsatz. Es ist Ansporn und Verpflichtung zugleich. Wir bleiben dran – und wir sind dankbar für jede Schule, die diesen Weg mit Engagement, Herzblut und Überzeugung mitgeht.

Martina Krieg
Leiterin Dienststelle Volksschulbildung

Lesen fördern Illustration

Lesen - Schlüssel zur Zukunft

Lesen ist weit mehr als das Entziffern von Buchstaben – es eröffnet Zugang zu Bildung, gesellschaftlicher Teilhabe und kritischem Denken. Mit dem Baustein «Lesen fördern»* setzt der Kanton Luzern ein klares Zeichen: Alle Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Texte zu verstehen, zu nutzen und so die Welt mitzugestalten. Der Baustein macht Leseförderung zu einem verbindlichen Bestandteil der Luzerner Volksschule.


Leseförderung ist auch Lernförderung

«Lesen können» gilt als zentrale Schlüsselkompetenz. Wer gerne liest, liest meist sicherer und erfolgreicher. In einer Zeit, in der Informationen im Sekundentakt auf uns einprasseln, entscheidet Lesekompetenz über Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe. Wer sicher liest, kann Wissen erschliessen, Fake News erkennen und sich in der Gesellschaft beteiligen. Lesekompetent ist, wer unterschiedliche Texte in angemessener Zeit lesen und verstehen kann. Leseförderung bedeutet daher immer auch Lernförderung – über alle Fachbereiche hinweg. Die Lehrpersonen bauen die dafür nötigen Fähigkeiten systematisch auf und stimmen diese aufeinander ab, vom 1. bis zum 3. Zyklus.

Mit Leseförderung Lesekompetenz stärken

Die Leseförderung zielt auf eine nachhaltige Stärkung der Lesekompetenz. Im Zentrum steht ein koordinierter, fundierter und in der ganzen Schule verankerter Aufbau der Lesekompetenz. Dafür entwickeln die Schulen ein gemeinsames Verständnis der Anforderungen im Leselernprozess, klären zentrale Begriffe und definieren Erfolgsfaktoren für das Lesenlernen in allen drei Zyklen. Eine präzise Rollenklärung innerhalb des Schulteams und der Begleitgruppe schafft Transparenz über Zuständigkeiten und unterstützt eine verlässliche Zusammenarbeit. Dabei stehen der Aufbau von Lesestrategien und Leseflüssigkeit sowie die differenzierte Förderung von Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen im Vordergrund. Die Schulen integrieren Leseförderung in alle Fächer und ergänzen sie durch kooperative sowie offene Unterrichtsformen, welche die Lesemotivation stärken. Ergänzend kommen praxisnahe Materialien und Konzepte zum Einsatz.

Gemeinsame Haltung

Mit dem Baustein «Lesen fördern» rücken wir die systemische Ebene der Schule in den Mittelpunkt. Wir verstehen Leseförderung als gemeinschaftliche Aufgabe, die in einem Leseförderkonzept verankert ist und auf wissenschaftlich fundierten Elementen basiert. Klare Absprachen führen zu einer abgestimmten und verlässlichen Umsetzung. Durch Zusammenarbeit und regelmässigen Austausch entwickelt sich eine kohärente und nachhaltige Leseförderung, welche die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler langfristig stärkt.

Ein Gewinn für alle

Der Baustein «Lesen fördern» legt ein Fundament, das weit über den Unterricht hinauswirkt: Kinder und Jugendliche entwickeln Selbstvertrauen, kritisches Urteilsvermögen und die Fähigkeit, sich in einer komplexen Welt zu orientieren. Damit setzen die Luzerner Schulen zugleich Impulse für die Gesellschaft.

 

Der Baustein «Lesen fördern» entstand im Rahmen des Schulentwicklungsprojekts «Schulen für alle». Bis spätestens 2027 müssen die Schulen des Kantons Luzern mit der Bearbeitung des Bausteins begonnen haben.

Den Lehrberuf stärken

 

Der Mangel an qualifizierten Lehr- und Fachpersonen an den Volksschulen hielt auch 2025 an. Um diesem entgegenzuwirken, beschloss die Regierung bereits im Vorjahr zahlreiche Massnahmen. Im Februar präsentierte sie die für die Umsetzung notwendigen gesetzlichen Grundlagen. Nun konnte die Realisierung per Schuljahr 2025/26 beginnen. Von besonderer Bedeutung sind die Fachkarrieren und die strukturellen Lohnanpassungen:

Fachkarrieren eröffnen neue Perspektiven

Als erster Kanton bietet Luzern ab Schuljahr 2025/26 die Möglichkeit von Fachkarrieren. Im Rahmen einer Fachkarriere können sich Lehrpersonen beruflich weiterentwickeln. Damit gewinnt der Lehrberuf an Attraktivität. Fachverantwortliche entwickeln die Schule gemeinsam mit der Schulleitung weiter. Sie professionalisieren sich in einem der folgenden Themenfeldern und übernehmen die fachliche Verantwortung:

  • Digitalität
  • Verhalten
  • Integrative Begabungs- und Begabtenförderung
  • Coaching

Die Funktion «Fachverantwortliche/r» ist an einen CAS gebunden, den die PH Luzern anbietet. Auf diesem Weg erwerben die Personen die Fähigkeit, die Verantwortung und eine führende Rolle in ihrem Themenfeld zu übernehmen. Die Kosten tragen Kanton und Gemeinden gemeinsam.

Zu den Fachkarrieren

Zwei Lehrpersonen sprechen miteinander

Die Massnahmen zur Stärkung des Lehrberufs im Überblick:

  • Entlastung von Berufseinsteigenden
  • Förderung von Fachkarrieren
  • Finanzielle Unterstützung für schulische Heilpädagoginnen und -pädagogen in Ausbildung
  • Unterstützung im Bereich herausforderndes Verhalten
  • Strukturelle Lohnanpassungen

Geldmünzen

Lohnanpassungen im Umfang von 20 Millionen Franken

Auf Beginn des Schuljahres 2025/26 im August wurden die Löhne aller Lehrpersonen und Fachpersonen der schulischen Dienste auf die Obergrenze im Lohnband pro Lohnklasse und Lohnstufe angehoben. Dies führt zu jährlichen Mehrkosten von knapp 20 Millionen Franken, welche Kanton und Gemeinden gemeinsam tragen. «Mit der Lohnanpassung setzt der Kanton Luzern ein Zeichen der Wertschätzung» liess sich Bildungsdirektor Dr. Armin Hartmann in der entsprechenden Medienmitteilung zitieren.

Bei den strukturellen Lohnanpassungen handelt es sich nicht um eine Marktlohnanpassung, sondern um die Anpassung an die ursprünglich vorgesehene Lohnentwicklung, die in den vergangenen Jahren jeweils nicht voll ausfinanziert wurde. Grund dafür waren zu knappe finanzielle Mittel.

 


Lehrpersonen sprechen miteinander.

Kampagne zur Gewinnung von Lehrpersonen: Tue Gutes und sprich darüber!

Von einer besonderen Massnahme profitieren Berufseinsteiger/innen. Sie erhalten in den ersten beiden Jahren zwei Lektionen bezahlte Entlastung. Zusätzlich stehen ihnen erfahrene Lehrpersonen im Rahmen von Coachings zur Seite. Es ist attraktiv und es lohnt sich – gerade auch für Berufsanfänger/innen, im Kanton Luzern zu unterrichten. Mit der Kampagne «Mach deinen nächsten Schritt» haben wir auf den sozialen Medien die Vorteile einer Anstellung im Kanton Luzern aufgezeigt. Die Kampagne, finanziell unterstützt vom Verband Luzerner Gemeinden, stiess auf sehr gute Resonanz.

Zur Kampagne


Einblick in die Schulberatung

Mit der Schulberatung verfügen wir über ein wertvolles und gefragtes Unterstützungsangebot für die Mitarbeitenden der Volksschulen. Sie können die Beratungen sowohl präventiv als auch zur Lösung von vorhandenen Problemen nutzen. Die Beratungspersonen unterstützen und begleiten bei persönlichen und pädagogischen Fragestellungen. Die Settings sind auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt. Sie umfassen Einzel- oder Teamberatungen, Führungscoachings, thematische Angebote für Gruppen, Workshops zur Gesundheitsförderung oder Case Management bei längerer Krankheit.

Die Themen der Ratsuchenden sind vielfältig: Rollengestaltung, Kommunikation, Klassenführung, Gesundheitsförderung, Teamarbeit, Umgang mit Stress, Belastungen, Krankheit, Konflikte, berufliche Krisen und vieles mehr.

Die Berater/innen unterstehen der Schweigepflicht. Sie arbeiten mit einem systemisch-lösungsorientieren Beratungsansatz und unterstützen selbstverantwortliches Handeln. Für jeweils sechs Beratungsstunden trägt der Kanton Luzern die Kosten.

Teamsupervision – ein Fallbeispiel

Eine Schulleitung meldet ihr Stufenteam Kindergarten an. Eine Teamsupervision soll den Prozess für eine engere Zusammenarbeit in Gang bringen. Die Kindergartenlehrpersonen arbeiten an verschiedenen Standorten. Ihre Vorstellungen von Zusammenarbeit sind sehr unterschiedlich.

In einem Vorgespräch definieren Beratungsperson und Schulleitung Rahmenbedingungen, Ziele und mögliche Inhalte der Supervision. Sie klären Fragen wie: Gibt es Vorgaben für die Zusammenarbeit, welche das Stufenteam erfüllen muss? Welche Erwartungen hat die Schulleitung an die Beratungsperson und an die Supervision? Wer nimmt an der Supervision teil?

Erwartungen und Ziele klären

An der ersten Supervisionssitzung mit dem elfköpfigen Team nimmt auch die Schulleitung teil. Sie macht dem Team ihre Erwartungen an die Zusammenarbeit und die Ziele der Supervision transparent. Danach nimmt sie eine beobachtende Rolle ein und gibt regelmässig Feedback zum Prozess.

Die Beratungsperson setzt gezielte Methoden und verschiedene Settings (z. B. Einzelarbeit, Austausch in Kleingruppen, Diskussion im Plenum) ein, um die vereinbarten Themen zu bearbeiten. Die Vorgehensweise ist lösungs- und ressourcenorientiert: Die Beratungsperson schafft bewusst Raum für die einzelnen Lehrpersonen, damit sie ihre Stärken und Erfahrungen einbringen und ihre Erwartungen an eine gute Kooperation aufzeigen können. Darauf aufbauend findet das Team einen Konsens für die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit und trifft konkrete Abmachungen:

  • Einführung von gegenseitigen Hospitationen im Kindergartenteam
  • Einführung von regelmässigen Sitzungen des Stufenteams
  • Planung Feierabend-Apéro für informellen Austausch

Vier Monate später findet eine weitere Supervisionssitzung statt. Sie dient dazu, die Umsetzung und die Wirksamkeit der getroffenen Abmachungen zu reflektieren und weitere Schritte zu planen. 

Schulteam sitzt im Schulzimmer mit einer Beratungsperson.

Schulteam im Schulzimmer bei einer Supervision

Feedback-Zitate

«Ich gehe jedes Mal so zufrieden und gestärkt auf den Heimweg, die Supervision ist für mich ein sehr bereicherndes Gefäss.
- Vielen Dank für die so wertvolle Arbeit und auch die Inputs..»

«Die Supervision wurde als sehr gut geleitet wahrgenommen. Es ist nicht einfach, solche Themen in einem fremden Team anzusprechen
– du hast das mit viel Fingerspitzengefühl und Klarheit gemeistert.»

 

50 Jahre HPZ Schüpfheim: Ein halbes Jahrhundert voller Lebensgeschichten

 

Seit 50 Jahren ermöglicht das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Schüpfheim Lernen, Leben, Wohnen und Arbeiten für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung – 365 Tage im Jahr. Was Anfang 1975 mit der Sonderschule Sunnebüel klein begann, hat sich über fünf Jahrzehnte hinweg zu einer unverzichtbaren Institution für lebenslanges Lernen entwickelt. Heute begleitet das HPZ Schüpfheim Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung durch alle Zyklen ihres Lebens. Ob im Vorschulbereich, der Sonderschule mit Internat oder im Erwachsenenbereich: Im Zentrum steht die Individualität jedes Einzelnen.

Jubiläumsjahr mit vielen Höhepunkten

Der Start ins Jubiläumsjahr erfolgte im Januar 2025 mit einem internen Anlass. Im Mittelpunkt stand die Eröffnung des Geschichtswegs mit fünf Stationen auf dem Areal des HPZ Schüpfheim. Der Weg macht die Geschichte des Zentrums öffentlich sichtbar. Gestaltet haben ihn Schülerinnen und Schüler und Mitarbeitende mit Assistenzbedarf.

Das traditionelle Frühlingsfest bot in seiner 50. Durchführung im Jubiläumsjahr besondere Attraktionen. Beliebt waren die LKW-Fahrten, organisiert von lokalen Transportunternehmen. Diese wertvollen Begegnungen sind für die Schüler/innen und Bewohner/innen von unschätzbarem Wert.

Ein weiterer Höhepunkt in diesem besonderen Jahr war der inklusive Jubiläumsabend im September: Eine schöne Gelegenheit zum Würdigen, Danken, Geniessen und Lauschen aus der 50-jährigen Geschichte des HPZS. Unter den Gästen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Politik, Wirtschaft sowie ehemalige und gegenwärtige Mitarbeitende des HPZS.

Der erste öffentliche Weihnachtsmarkt Anfang Dezember markierte den Schluss des 50-Jahre-Jubiläums. Der Anlass war ein grosser Erfolg. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der im HPZ hergestellten Produkte. Am Jubiläumsjahresessen kamen die Mitarbeitenden in den Genuss eines festlichen Krimidinners. Dabei galt es, einen kniffligen Mordfall zu lösen.

Ballon vor dem HPZ Schüpfheim

Grosse Seifenblase vor dem HPZ Schüpfheim

Leiter Ueli Eichholzer mit BewohnerInnen am Mikrofon

Stand Weihnachtsmarkt HPZ Schüpfheim

Entwicklung und Bedeutung des HPZ Schüpfheim

Das heutige kantonale Heilpädagogisches Zentrum Schüpfheim geht aus dem ehemaligen Kinderasyl im Entlebucherhaus hervor. Gestartet wurde mit 16 Klassen und 50 Kindern im Internat.1985 wurde ein Pavillon als Beschäftigungsstätte für die Erwachsenenabteilung gebaut. Seither gliedert sich die Institution in eine Kinderabteilung mit Schule und Internat sowie in eine Erwachsenenabteilung mit Beschäftigungsstätte und Wohnheim für Erwachsene. 2015 übernahm die Dienststelle Volksschulbildung die Trägerschaft für das HPZ Sunnebüel. Damit wurde der Grundstein für die heutige Organisationsstruktur gelegt. 2016 folgte die Umbenennung vom Heilpädagogischen Zentrum Sunnebüel zum Heilpädagogischen Zentrum Schüpfheim. Das HPZ Schüpfheim entwickelte sich zur 365-Tage-Institution und ist häufig erste Anlaufstelle für Menschen mit einem hohen Betreuungs-, Entlastungs- und komplexem Pflegebedarf, was eine besondere Spezialisierung des HPZ Schüpfheim darstellt. Im Januar 2024 wechselte das Kinderhaus Weidmatt in die Trägerschaft des HPZ Schüpfheim. Heute lernen, wohnen, arbeiten über 120 Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung im HPZ Schüpfheim.

Zahlen

 

Stellenplan 2025

 
Anzahl Vollzeitstellen DVS Services (Verwaltung)   60.8 

Anzahl Vollzeitstellen inklusive

  • Heilpädagogisches Zentrum Hohenrain
  • Heilpädagogisches Zentrum Schüpfheim
  • Heilpädagogische Schulen Luzern, Sursee und Willisau
  • Schulangebote Asyl
  • Fachstelle für Früherziehung und Integrative Sonderschulung
588.9

Geschlechterverhältnis

Die Frauen sind in der Dienststelle Volksschulbildung deutlich in der Überzahl. Ihr Anteil beträgt 85 Prozent, jener der Männer 15 Prozent.

Grafik Geschlechterverhältnis männlich und weiblich

 

Kosten der Luzerner Volksschule

Der Rechnungsabschluss 2025 liegt noch nicht vor, deshalb hier die Zahlen aus dem Vorjahr:

Im Jahr 2024 kosteten die Regelschulen (Betriebskosten der Gemeinden) 803.4 MCHF. Die Sonderschulung kostete 157.5 MCHF. Der Kanton finanziert die Hälfte dieser Kosten. Der Anteil der Kosten für die Sonderschulung an den Gesamtkosten ist 2,1 Prozent höher als im Vorjahr.

Diagramm Kosten Volksschule

 

Sonderschulabklärungen im Fachdienst: Schuljahr 2024/25

   
Anmeldungen 269
Durchgeführte Abklärungen 256
Empfohlene Massnahmen 203

Im Schuljahr 2024/25 gingen beim Fachdienst für Sonderschulabklärungen 269 Anmeldungen ein. Dies entspricht einem Rückgang von 32 Fällen gegenüber dem Vorjahr (-10,6 Prozent). Bei 13 Fällen fand keine Abklärung am Fachdienst statt. Die Anmeldungen wurden entweder zurückgezogen (4 Fälle) oder es fand aus anderen Gründen keine Abklärung statt (9 Fälle). 256 Fälle klärte der Fachdienst detailliert ab. In 53 Fällen empfahl er keine Massnahme.

 

Schulaufsicht

Die Abteilung Schulaufsicht kontrolliert und überwacht die Einhaltung der kantonalen Vorgaben für die Volksschule. Die wichtigsten Kennzahlen zu ihrer Arbeit im Jahr 2025:

   
Massnahmen wegen nicht eingehaltener kantonaler Bestimmungen 57
Aufsichtsanzeigen von Erziehungsberechtigten
25
Aufsichtsbesuche bei Privatschulen 18
Aufsichtsbesuche bei Privatunterricht (Homeschooling)
36

 

Schulunterstützung

Die Abteilung Schulunterstützung berät Schulleitungen bei pädagogischen und persönlichen Problemen, unterstützt in Fragen der Schulentwicklung und führt externe Schulevaluationen durch.

Bereich Schulberatung

Die Schulberatung unterstützt Schulleitungen bei Fragen zur Schul- und Personalführung. Sie berät Lehr- und Fachpersonen bei persönlichen und pädagogischen Problemen und interveniert bei Krisen und Konflikten.

Im vergangenen Jahr leisteten die Psychologinnen und Psychologen 1’013 Beratungen von Einzelpersonen und 288 von Teams. Von Notfällen Betroffene konnten in 65 Fällen auf psychologische Unterstützung zählen.

 

Diagramm Beratungen des Schulberatung aufgegliedert in drei Bereiche

 

Bereich Schulentwicklung

Die Schulentwicklung setzt kantonale Entwicklungsprojekt um und unterstützt Schulleitungen und Schulbehörden in Fragen der Schulentwicklung.

Im «Netzwerk Luzerner Schulen» reflektieren die Schulen auf freiwilliger Basis ihre Tätigkeiten und entwickeln diese weiter. In 50 (Vorjahr 51) Teilnetzwerken engagierten sich 1’000 (950) Schulleitende und Lehr- und Fachpersonen. 27 Schulen machten vom Angebot der Prozessberatung bei der Schulentwicklung Gebrauch. 8 Schulen erwarben das Label «Schule mit besonderem Profil», 21 werden aktuell im Prozess dorthin begleitet.

 

Bereich externe Evaluation

Die Schulentwicklung führt externe Schulevaluationen durch und wertet diese aus. Sie spielt damit eine wichtige Rolle bei der Qualitätssicherung und -entwicklung der Luzerner Volksschulen.

Im Jahr 2025 evaluierte das sechsköpfige Team 32 Schulen. Die Zufriedenheitswerte der Schulen mit der externen Evaluation liegen erneut im positiven Bereich. Der Mittelwert auf der sechsstufigen Skala liegt bei den Schulleitungen bei 5.53 (Vorjahr 5.33) und bei den Lehrpersonen bei 5.24 (5.30).

 

Fachstelle für Früherziehung und Integrative Sonderschulung FFS

Gegenüber dem Vorjahr betreuten alle Fachdienste mehr Kinder. In den Fachdiensten Autismus und Integrative Sonderschulung Bereich kognitive Entwicklung stiegen sowohl die Anzahl Kinder mit einer integrativen Sonderschulung als auch die Anzahl der Beratungs- und Coachingmandate. Der Bedarf an Beratung zeigte sich in einer noch deutlicheren Steigerung als im letzten Jahr.

Diagramm von den Fachdiensten betreute Kinder 2025

 

Schulangebote Asyl

Per 1. September 2025 besuchten 415 Schülerinnen und Schüler die Schulangebote Asyl. Das sind rund 30 mehr als im Vorjahr. Sie stammten aus 41 Nationalitäten (35).

131 Jugendliche sind aus der Ukraine geflüchtet, 112 zählen zu Mineurs non accompagnés (MNA) - also unbegleitete minderjährige Asylsuchende. Der grösste Teil, nämlich 307, waren Fremdsprachige junge Erwachsene (FJE) - späteingereiste Personen zwischen 16 und 25 Jahren.

Diagramm Schulangebote Asyl Stand 1. September 2025

*) Äthiopien, Afghanistan, Angola, Aserbaidschan, Belarus, Brasilien, Burundi, Ecuador, Eritrea, Finnland, Gambia, Guinea, Irak, Italien, Kamerun, Kolumbien, Kongo, Kosovo, Kroatien, Libyen, Mali, Nordmazedonien, Pakistan, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Serbien, Sierra Leone, Slowenien, Somalia, Spanien, Sri Lanka, Sudan, Süd-Sudan, Syrien, Thailand, Türkei, Tunesien, Ukraine, Venezuela

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